Afghanische Journalist:innen im Exil: Eine explorative Forschungsstudie

  • Dezember 20, 2023
  • Pressemittteilungen

Seit der Übernahme der Macht in Kabul durch die Taliban am 15. August 2021 waren viele Journalist:innen gezwungen, das Land zu verlassen und ins Exil zu gehen. Diese geografisch verstreute Gemeinschaft steht vor vielen Herausforderungen, wenn sie ihren Beruf weiterhin ausüben will. Eine neue Studie des JX Funds untersucht die Situation und die Bedarfe afghanischer Journalist:innen im Exil.

Die wachsende Zahl von Exiljournalist:innen hat die Entstehung von afghanischen Exilmedien weltweit gefördert. Einerseits haben etablierte Medien ihre Büros wiedereröffnet und arbeiten vom Ausland aus. Dazu gehören Zeitungen wie Hasht-e-Subh und Etilaat Roz oder Radiosender wie Radio Azadi. Andererseits haben prominente afghanische Journalist:innen im Exil mehrere neue Plattformen gegründet, wie Amu TV oder Zan Times. Viele dieser Exilmedien verfolgen einen hybriden Ansatz, bei dem sie bei der Erstellung von Informationen und Inhalten mit Journalist:innen in Afghanistan zusammenarbeiten, während das Management und die Veröffentlichung vom Ausland aus organisiert werden. Gleichzeitig sind viele erfahrene afghanische Journalist:innen im Exil immer noch nicht in der Lage, in ihren Beruf zurückzukehren.

BEITRÄGE VON 154 AFGHANISCHEN JOURNALIST:INNEN IM EXIL

Die Studie basiert auf einer Online-Umfrage, die der JX Fund im Zeitraum vom 27. September bis 8. November 2023 durchgeführt hat. Für diese nicht-repräsentative Studie konnte eine breit gefächerte Stichprobe von 154 afghanischen Journalist:innen in 14 verschiedenen Ländern erhoben werden. Der Online-Fragebogen deckte eine Reihe verschiedener Themen ab, wie z. B. die aktuelle persönliche Situation, den beruflichen Hintergrund und die aktuelle berufliche Situation, die Konzepte von Medien im Exil, die Fähigkeiten und Bedürfnisse von Journalisten im Exil, die Wahrnehmung der afghanischen Mediengemeinschaft im Exil sowie der afghanischen Diaspora im Allgemeinen.

EINDEUTIGER BEDARF AN UNTERSTÜTZUNG

Die Ergebnisse zeigen, dass afghanische Exiljournalist:innen weltweit Schwierigkeiten haben, ihren Beruf weiterhin auszuüben. Selbst von den wenigen, die noch in den Medien arbeiten, ist die große Mehrheit auf zusätzliche Einkommensquellen angewiesen. Dies zeigt, dass ein deutlicher Bedarf an Unterstützung besteht, zumal viele der Befragten danach streben, in Zukunft ein eigenes Medium im Exil zu gründen und weiterhin in diesem Bereich arbeiten möchten. Die meisten afghanischen Journalist:innen im Exil möchten auch weiterhin über Afghanistan betreffende Themen berichten und so die Afghan:innen innerhalb und außerhalb des Landes mit ihren unabhängigen Berichten erreichen.

STARKE NACHFRAGE NACH AUSTAUSCH UND NETZWERKEN

Die Solidarität innerhalb der afghanischen Mediengemeinschaft wird von den meisten Teilnehmern als gering oder sehr gering eingeschätzt. Dieser Trend ist in Deutschland noch ausgeprägter. Gleichzeitig gab eine absolute Mehrheit der Befragten an, dass sie ein sehr hohes Interesse daran haben, sich mit der afghanischen Mediengemeinschaft in den Ländern, in denen sie derzeit leben, oder in anderen Ländern zu vernetzen.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht [EN]